Der Kurort Cieplice (350 m u.d.M.) liegt 6 km von der Stadt Jelenia Gora entfernt im Jelenia-Gora-Bekken, das im Süden von den Karkonosze, im Norden von den Gory Koczawskie, im Osten von den Rudawy Janowickie und im Westen von den Gory lzerskie begrenit wird.

Die Berge, die den Kurort umgürten, bilden nicht nur einen schönen Rahmen, sondern sind auch für das Klima entscheidend, das recht mild ist, obwohl es zum Kontinentalklima gehört. 289 Tage im Jahr liegt die Temperat über 0°, davon 208 Tage über 5°. Der wärmste Monat ist der Juli und der kälteste der Februar. Die Durchschnittstemperatur des wärmsten Monats beträgt 16,7°, des kältesten 3,6°.

Der Winter ist in den Sudeten bedeutend wärmer als in den Karpaten, der Sommer dagegen kühler. Die geringste Wolkenbildung tritt hier im September und Oktober auf. Der für das polnische Klima charakteristische frühe Herbst und seine Wetterkomplexe, wie etwa der Altweibersommer, ist besonders für Touristik und Rekreation geeignet. Infolge solcher klimatischer und geographischer Vorzüge ist Bad Cieplice ein beliebter Kurort geworden, der nicht nur von Kurpatienten, sondern auch von Touristen und Uriaubern gern aufgesucht wird.

Die klimatischen Vorzüge haben bei der Gründung des Kurortes gegen Ende des 13. Jahrhunderts gewiss eine grosse Rolle gespielt. Nach einer Volkslegende wurden die Cieplicer Heilquellen im Jahre 1175 von Herzog Bolestaw Wysoki entdeckt, der in den Wäldern der Sudeten das Weidwerk pflegte. Im Jahre 1281 rief der Herzog Bernard den Johanniterorden nach Strzegom, der sich auch mit Krankenpflege befasste und die Cieplicer Quellen zur Kur für seine Patienten anwandte. Hundert Jahre später erwarb der Schiossherr von Chojnik van der Herzogin Agnieszka, der Witwe Bolkos II., das Dorf Cieplice. Er berief die Zisterziensermönche hierher und liess für diese eine Filiale des Klosters Krzeszow erbauen, die bis heute erhalten blieb und ein wertvolles und selienswürdiges Baudenkmal ist. Die Patres bekamen die sog. Kleine Quelle, neben dieser entstand ein gemauerter Gutshof und ein Vorwerk mit Wirtschaftsräumen und Gästezimmern. Die hier wirkenden Ärzte und Humanisten trugen gleichfals dazu bei, den Ruf des Bades zu verbreiten und zu festigen. 1569 beschrieb zum Beispiel Dr. Kacper Hoffman die Heilkraft der hiesigen Quellen.

Im 17. und 18. Jahrhundert war Cieplice bereits ein bekannter europäischer Kurortr der von Fürsten, Aristokraten, reichen Adligen und Patriziern gern besucht worden ist Die meisten Gäste kamen aus der Böhmen, Deutsehiand und Polen; es fehlte jedoch auch nicht an Gästen aus dem fernen Russland und Liviand. Im Jahre 1678 weilte hier mit zahlrelchem Gefolge die polnische Königin Marysienka Sobieska und später ihr Sahn Jakub. Eine der Quellen erhielt den Vornamen der Königin.

Im Jahre 1850 kamen etwa 5000 Kurgäste nach Cieplice zur Behandlung, aber die schöne Ortschaft zog auch Sommerfrischler und Touristen an; ihre Zahl wuchs von Jahr zu Jahr. Unter den Gästen befanden sich u.a. solche berübrnte Polen wie Kollataj, Skarbek, Pol, Ujejski, Belza, Steczynski.

Ausser klimatischen Vorzügen besitzt Bad Cieplice Thermal- und Mineralquellen, die den eigentlichen Reichtum des Kurorts ausmachen und für die Entstehung von Bad Cieplice ausschlaggebend gewesen sind. Die warmen Wasser - "Cieplice" - also Thermalwasser, wurden am frühesten zu Hetizwecken an- gewandt. Sie haben eine Temperatur von 28-44 und gehtören zu den sag. überwarmen Wassern. Das gemeinsame Merkmal der Cieplicer Quellen ist ihre geringe Mineralisierung, sie beträgt 600-850 mg aller Mineralbestandteile in einern Liter Wasser. Die Quantitat der einzelnen Bestandteile ist verschieden, die Qualität jedoch ziemlich konstant. Die niedrige Mineralisierung hängt wohl vom Durchfluss des Wassers durch den schwerlöslichen Boden der Karkonosze ab. Zu den Hauptkationen der Cieplicer Quellen zahäen: Natronr, Kaliumkarbonate, Kalk, Magnesium und Eisen sowie Fluorion, dessen Gehalt je nach der Quells 3,5-13 mg/L beträgt. Fluor ist ein Bestandteil vulkanischer Felsen. Fluorverbindungen sind in der Natur am meisten verbreitet, treten jedoch nur in kleineri Mengen auf. Fluor ist auch Bestandteil orgonischer Lebewesen, also der Pflanzen, der Tiere und des menschlichen Körpers. In ähnlicher Konzentratlon wie In Bad Cieplice, tritt Fluor in Polen nur noch in Bad Ladek auf. In Bulgarien und Portugal, wo Fluor in grossen Mengen vorkommt, betragt seine Konientration 14-19 mg/L.

Die Cieplicer Quellen entströmen einer Tiefe van 1300 m und werden an dreizehn Stellen gefasst. Ihre Globalergiebigkeit beträgt 10,8 m3 pro Stunde. Diese Menge reicht nicht nur für die Balneotherapie und für Trinkkuren aus, sondern dient - mit Kollensäure bereichert - auch als Tafelwasser. Es findet ebenfalls zur Verhütung der Zohnfäulnis Anwendung.

Em weiteres Heilmittel, über das der Kurort verfügt, ist Moorerde, deren Lager sich in der Gegend von Jakuszyce, 30 km von Ciepliee befinden. Die Moorerde enthalt nur 1% unerwünschte unorganische Substanzen, sie ist sehr wasserhaltig und sehr gut zersetzt, was ihren physikochemischen Wert bedeutend erhöht. Die Hellkraft der Moorerde beruht nicht nur auf ihrer Thermalreizwirkung. Sie besitzt auch Substanzen von estrogenner Wirkung und andere biologisch aktive Körper von rein pharmakologischer Wirkung. Um die naturlichen Heilmittel voll und ganz auszuwerten wird eine Reihe zusätzlicher Heilmethoden angewandt wie Elektro- und Bestrahlungstherapie Trocken- und Unterwassermassage, Heilgymnastik und Aktivierungstherapie.

Aftgrund der natürlichen Heilmittel von Cieplice wurde das therapeutische Profil dieses Kurorts festgelegt. Die längste Tradition und das bestentwickelte Heilsystem hat die BehandiLing bei Erkrankungen der Bewegungsorgane und des peripheren Nervensystems, nach Unfällen und operativen Eingriffen sowie Komplikationen nach spinaler Kinderlähmung.

Bei Erkrankungen der Bewegungsorgane beruht die Therapie auf synchronistischer balneologischer Behandlung und Heilgymnastik. Überdies wird der Kranke dazu angeleitet, sich orthopädischer Gerfäte zu bedienen und sich neuen Lebens- und Arbeitsbedingungen anzupassen.

Zur grundlegenden Behandlung gehört das Mineral- oder Moorbad, bei gleichzeitiger Anwendung von Köperperbewegungen im Wasser. Die Wärme und Feuchtigkeit eines solchen Bades bewirkt Muskelauflockerung, Verringerung des Schmerzgefühls, Steigerung der Bewegungsfreiheit und -koordination.

Die Moorerde ist ein ausgezeichnetes Wäarmemittel, das zur Erweiterung der oberen und tieferen Blutgefasse führt, und zwar in einern bedeutend höheren Grade als es beim Wasserbad der Fall ist. Die Viskosität und der hydrostatische Druck der Moorerde gewährleistet bei erweiterten Blutgefässen einen raschen Blut- und Lymphendurchfluss wie auch die Durchblutung der Bewegungsorgane und der Haul. Demzufolge entspannen sich Narben, Verwachsungen und Muskein, der Druck der Narben und Vernarbungen auf die Nerven lässt nach, der Schmerz schwilit ab oder bleibt ganz aus. Die Durchblutung der Organe beschleunigt den Heilprozess bei abakterischen Gelenk-, Knochen-, Muskel- und Hautentzündunger. Die Festigung der Heileffekte, die durchs Bad erzielt werden, erfolgt durch Elektro- und Bestrahiungstherapie, Heilgymnastik und Aktivierungstherapie.

Die nächste Gruppe van Erkronkungen, die in Bad Cieplice behandelt werden, sirid Schäden der Hamorgans wie Nisrensteine, Vorsteherdrusen-, Blasen- und Nierenbeckenentzündungen. Die Elementartherapie dieser Krankheiten ist erne Trinkkur von Mineralwasser mit dem grössten Fluor- und Magnesiumgehalt Die hypoosmothischen Quellen von Cieplice vermindern die Verunreinigung des Hams, verdünnen ihn und hemmen die Vernnehrung der Bakterien. Bei Laborforschungen wurde festgestellt, dass Fluor bakteriostatisch wirkt, sornit ist nicht ausgeschlossen, dass es diese Eigenschaften im menschlichen Organismus beibehait. Diesen Mechanismen müssen in erster Lnie die positiven Heilergebnisse bei Harnorganinfektionen zugeschrieben werden. Die beste Heilwirkung der Cieplicer Quellen wird bei Infektionen der Harnorgane registriert, was wohl mit dem hemmenden Einfluss von Fluor auf die Synthese der Harnsäure lusaminenhängt. Bei anderen Lithiasen führt eine Trinkkur zur Verhinderung des Niederschlags von Harnkristalloiden; das im Harn enthaltene Magnesium verhütet das übermässige Ausscheiden von Kalk. Die bisherigen Forschungsergebnisse, die einige hundert Kranke mit Nierenbeckenentzündung und Nierensteinen umfassen, sind sehr zufriedenstellend.

Zur nächsten Gruppe von Krankheiten, die in Cieplice behandelt werden, gehören Frauenkrankheiten, chronische Adnexitis, Gebarmutterzellgewebsentzündung und andere Krankheiten, zu deren Behandiung Moorerde in Form von Bädern, Packungen und Pasten verschrieben wird. Die besten Heileffekte werden durch Reiztherapie erzielt.

Zenon Szewczyk




Unter den Baudenkmälern von Cieplice ist der Gebäudekomplex des ehemaligen Klosters, die Pfarrkirche und das Schloss am interessantesten.

Das Zisterzienserkloster, heute römisch-katholische Pfarreir erhielt sein architektonisches Profil durch den grossen Ausbau in den Jahren 1679-1684, dank dem die bereits bestehenden Gebäude zu einern einheitiichen Ganzen geworden sind. Aus dieser Zeit stammen auch die zwei äusseren Steinportale. 1m Jahre 1711 wurde das Kloster von einer Feuersbrunst verzehrt. Ein Jahr darauf erfoigte der Neuaufbau, der 1712--1714 abgeschlossen war und das Kloster in den heutigen Zustand brachte. Der Bau ist einschiffig mit einem Kreuzgang und Barockportalen. Auf der Pfarrei befinden sich eine Reihe interessanter Bilder, u.a. ein Gemäldezyklus der hi. Hedwig-Legende aus dem 18. Jahrhundert, der früher am Musikehor der Kirche seinen Platz hatte, weiterhin zwei gemalte Stammbämme der schlesischen Piasten und der Familie Schaffgotsch aus dem Jahre 1722 sowie zahlreiche Porträts.

Das Lange Haus, auch "Steinernes Haus" genanntr 1st das alteste Kurgebäude von Cleplice. Es wurde im Jahre 1537 von den Zisterziensern als Holzbau errichtet, das sich 1546 zu einern imposanten Steinbau mit einern Kreuzgang - von da Zugang zu den Warmquellen - heraLisgestaitet hat Mehrere Male durch Feuer verniehtet und wieder aufgebaut, erhielt es belm Umbau in den Jahren 1691-1693 seine endgültige Gestait. Es ist dies ein rechteekiges, einschiffiges Gebäude mit Kreuzgang; seine Fassaden werden im Obergeschoss von Doppelpilastern geichmückt in den Kreuzgängen haben sich Barockportale erhalten.

Das Weisse Haus - heute befinden sich hier die Mineralwasser-Abfüllanlagen - das an der Stelle der Baderäume des Klosters errichtet worden ist, wird bereits im 16. Jahrhundert erwähnt. Es präsentiert sich heute in der Gestalt aus der Halfte des 18. Jahrhunderts, das Innere ist jedoch im 19. und 20. Jahrhundert umgebaut worden. Das Gebaude besitzt eine einfache, durch Lisenen aufgeteiite Fassade; Dekorationsakzent sind schmuckvolle, spatbarocke Fenstergesirnse.
Die Heilquellen-Pavillons fugen sich an den Gebaudekomplex des alten Kurortes an. Die Bauten stammen aus dem 18. Jahrhundert mit Kuppein aus dem 19. Jahrhundert. Die am längsten bekannte Queile war einst durch einen überdachten Kreuzgang mit dem Langen Haus verbunden.

Die Pfarrkirche wurde in den Jahren 1712-1714 von Baumeister Kasper Jentsch aus Jelenia Gora an der Stelle der im Jahre 1711 durch einen Brand zerstörten Kirche über rechteckigem Grundriss errichtet. Sie besitzt eine schlichte durch Pilaster aufgeteilte Fossade. Besonders beachtlich ist die Seitenfassode mit einern Portal, das eine hochwertige Steinplastik aus der 2. Halfte des 18. Jahrhunderts kront, die

Madonna mit Kind und adorierende Engel darsteilend. In den Nischen darüber fanden die Figuren des hl. Gotthard und Placidius Autstellung, zwischen ihnen Überreste emer Sonnenuhr und das plastische Bildnis der hl. Dreifaltigkeit.

Das stattliche einschiffige Langhaus der Kirche besitzt eine Reihe Seitenkapellen mit Altären, Die Innenausstattung hat den emheitlichen barocken Charakter beibehalten, obwohl die einzelnen Objekte im Laufe der Jahrzehnte hmzLigekommen sind. Die bedeutendsten Kunstdenkmäler sind der Hauptaltar, die Kanzel und der Altar der Vierzehn Nothelfer; sie sind in den Jahren 1716-1717 in einer Schnitzwerkstatt entstanden, in der ebenfalls Arbeiten für das Zisterzienserkloster in Krzeszow ausgeführt wurden. Das Hauptaltarbild, Anfang des 18. Jahrhunderts, zeigt Maria als Königin aller Heiligen. Es wird dem beruhmten schlesischen Maler des Barocks Michael Willmann zugeschrieben. Sein Schuler Anton Hoffmann hat 1736 die drei grossen Gemaälde: Kreuzabnahme Den kreuztrogenden Christus und Christus von Engeln getragen, gemalt Ausserdem befindet sich hier eina beachtenswerte Blidgruppe der zwölf Aposteln; sie stammt aus der Werkstatt Wilirnanns.

Die Kirche ist von einer Mauer umgeben, längs der sich dreizehn figürliche Renaissance-Grabsteine aus den Jahren 1579-1624 anordnen, die 1849 aus dem nahegelegenen Radomierz hierher übertragen wurden.

Der Zugang führt durch eine gewölbte Durchfahrt, die sich im unteren Ceschoss des barocken Glockenturnns von 1709 befindet. Er ist uber einern quadratischen Grundriss angelegt, besitzt einen Kreuzgang und wird van einer Kuppel mil Laterne gekrönt. Vom Hof fuhrt ein prunkyolles Portal - datiert 1779 mit Figurenschmuck, von Hond eines unbekannten Krzsszowel- Steinhauers - in den Garten.

Das dritie interessante Baudenkmal von Cieplice ist das stattliche Schloss. An dieser Stelle soil schon im Mittelalter ein gotisches Schloss gestanden haben, das Ende des 16, Jahrhunderts irn Renaissancestil umgebaut warden ist. 1770 durchgreifend erneuert, aber bereits sieben Johre später von Feuer vernichtet, entstand es unter der Leitung des Architekten J. J. Rudolf aus Opoie 1784-1788 im 5til des französischen Klassizismus nus wieder in neuer Pracht. Das Schloss ist über einern Langrechteck angelegt, besitzt auf der Gartenseite zwei flache Flüugel und auf der Stirnseite zwei Risalite. Die Fassaden sind mit Blumengirianden und Festons in Stuckplastik sowie mit den Wappen der Besitzer geschmuckt.

1m Schlossinnern sind die reichen Stuekdekorationen der Gewölbe und Decken erhalten geblieben. Am berühmtesten sind der Ballsaal, der sogenannte Grosse Saal mit Stuckverzierungen und Rote Saal. In beiden Sälen sind wertvolle Seidentapeten von Altertumswert. Besonders sehenswurdig sind die gemusterten Fussböden und die Öfen im Empirestil.

Hinter dem Palast erstreckt sich [angs einer breiten Allee der Kurpark. Neben dem Eingang, in der Nähe des Hotels "Cieplice", befindet sich das originelie Denkmal der Martyrologie und des Ruhms der poinischen Watte, ein Werk T. Szymaniks und der Schüler der Cieplicer Kunsthandwerksehule (1967). Es ist hoizgeschnitzt und stellt zwei stilisierte Grunwaldschwerte dar. Der Inhalt dieses Flachreliefs knüpft an die Worte H. Sienkiewicz` an; "Tobie, krwi ofiarnie przelana, niech bedzie wieczna czesc i chwala" (Dir, dem Blute, dem opferbereit vergossenen, sei ewig Rahm und Ehre).

Im Norwegischen Park liegt unter einer alten Weide ein Felsbiock, der sog. Wincenty Pol-Stein. Etwas weiter befindet sich das Naturwissenschaftlich- Ornithologische Museum, in dem Vögel darunter Steppenvögel, Seevögel, Waldvögel, exotische Vogel in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt werden.

Die Parkallee endet beim Hochwasserdeich an der Wrzosowka, unterhalb der Mundung des Flüsschens Podgorna. Hier breitet sich eines der schönsten Panoramen der Karkonosze Lind des Jelenia Cora- Bekkens aus. 1m Vordergrund erstreckt sich eine breite flache Ebene mit der Gruppe der Podgorzynskie Teiche, im Hintergrund links erhebt sich der charakteristische bewaldete Berg Grodna (506 m) mit Schlossruinen, dahinter das Vorgebirge und schliesslich die Karkonosze mit der charakteristischen Silhouette der 5niezka (1605 m).

Zum Schlosskomplex gehört auch die sog. Galerie, jetzt Kulturhaus, die in den Jahren 1798-1800 vom Wroclawer Archiekten Karl Geissler geschaffen wurde. Er hatte sich die von Palladia gebaute Villa Rotonda bei Vizenz zurn Muster genommen. Der zentrale Punkt des Gebaudes ist der mit einer Kuppel bedeckte Salon, urn den sich die Nebenräume gruppieren. Im Innern haben sich Rests der Stuckdekorationen bewahrt. Das nahegelegene Kurtheater entstand 1836 nach dem EntwLirf des Architekten Adalbert Tollberg. Die Fassade mit dem Säulengang sowie das Innere des Theaters haben ihre ursprungliche Anordnung und Stuckdekoration beibehalten.

Zum Schlosskomplex gehoren ebenfalis die sog. Hintergebaude in der Piastowskastrasse 2-4, die Anfang des 19. Jahrhunderts im klassischen Stil errichtet wurden. Ihre Hauptfassade beleben schlichte mit Tympanona bekrönte Risalite.

An weiteren Baudenkmäreln sind einige Schlösschen zu nennen, die einst reichen schlesischen Familien gehort haben, z.B. das Schlosschen in der Jagielloriskastrasse 2, ein Bau aus dem Jahre 1734 im Spätbarockstil, mit einer durch Pilaster aufgeteilten Fassade und reichverzierten Fensteremrahmungen; das Schlösschen in der Jagiellonskastrasse 7 stammt aus den Jahren 1770-1780, seine Fassade schmücken mit toskanischen Kapitellen bekrönte Pilaster. Das Schlösschen in der Oskar Langle Str. 3 entstand um 1310, es besitzt eine einfache Fassade und ein schlichtes Fortal, in dessen Schlusstein das Baudatum eingemeisselt ist.

Nicht weniger beachtenswert ist die evangelische Kirche in Plac Piastowski . Der erste Bau - aus Holz - wurde 1741 errichtet, der jetzige in der Zeit von 1774 bis 1779 im spätbarocken Stil auf rechteckigem Grundriss mit einern Turm auf der Westseite, der von einern Helm mit Laterne gekrönt wird. Die holzgeschnitzte Innenausstattung ist ein Werk des Künstlers Heinrich Wagner aus Jelenia Gora. Neben der Kirche befindet sich ehemaliges Pfarrhaus van 1744.

Das Naturwissenschaftlich-Omithologische Museum ist im Norwegischen Park gelegen. Hier werden Steppen-, See-, Waldvögel und andere Arten ökologisch zur Schau gestellt.

Danuta Ostrowka


Walther Dressler - 1936